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Nach dem Workshop...

Philipp Neff

Im Winter 2019, überlegte ich nach einigen besuchen an der Donau, was ich ändern könnte um endlich meinen PB auf über 20kg steigern zu können. Diverse Internetseiten, Forenbeiträge und Fachzeitschriften verschlang ich um irgendwo den einen Tipp zu bekommen, welcher mein Angeln auf meine geliegten Schuppenträger zu verbessern. Ich laß immer wieder in bestimmten Beiträgen und in Fachzeitschriften über diese eine Firma, "Keen Carp" und dem Architected Carpfishing.

Ich tippte in Youtube den Namen ein und wurde auch schnell fündig. Was dort zu sehen war, faszinierte mich und ich ging auf die Website dieser ominösen Firma. Was ich dort laß, verschlug mir glatt die Sprache.
So etwas provokantes hatte ich bisher noch nicht gelesen, aber es machte mich gleichzeitig auch neugierig und so buchte ich einen Platz, im nächsten Workshop, in meiner Nähe.

Nach dem Workshop schwirrte mir der Kopf. So viel Input, aber es war alles so logisch. Ich wollte am liebsten sofort raus ans Wasser um das neu erlernte auszuprobieren, allerdings musste ich noch einige Zeit warten, bis es endlich soweit war.

Anfang Juli plante ich mit zwei Freunden eine Session von 5 Tagen an einem mir unbekannten Gewässer. Sie erzählten mir, dass sie dort im vergangenen Jahr große Probleme mit Brassen hatten und große Fische im Drill verloren haben. Der Seerekord war ein 28 kg schwerer Schuppenkarpfen und es gab mehrere Fische jenseits der 22 kg Marke.

Als ich das hörte, vielen mir wieder die Worte von William Borrosch ein.

Ich hatte mich ja mit ihm nach dem Workshop noch fasst eine halbe Stunde unterhalten und er gab mir eine Visitenkarte von einem seiner Kollegen. So rief ich die Nummer an und kam schnell ins Gespräch mit Victor Fröschl aus dem Keen Carp Bait Service, welcher mir einige Fragen zu Gewässer, Fischbestand, meinen Zielen usw. stellte.
Ich hatte mir bereits einen Mix ins Auge gefasst und durfte erfreut feststellen, dass ich mit meiner Wahl garnicht so verkehrt lag.

Nachdem ich mit Victor die Bestellung fertig gemacht hatte, konnte ich es nicht erwarten, bis die Kugeln endlich bei mir ankamen. Knapp zwei Wochen später lag das Paket im Treppenhaus. Ich riss es sofort auf und probierte die eine oder andere Kugel, sie waren leicht scharf durch das beigefügte Spanish Red.
Ich warf die Kugeln in meine Trockennetze und trochnete sie noch eine Woche weitet bevor es ans Wasser ging.

Am Sonntag bevor wir ans Wasser fuhren, bewaffnete ich mich mit Boot, Echolot, Unterwasserkamera und fuhr an den See um mir selbst ein Bild von den Gegebenheiten vor Ort zu machen. Ich wollte auch gleich ein paar Spots ausfindig machen, welche ich mit der am Workshop erlernten Taktik befüttern wollte.

Ich speicherte mir sechs verschiedene Spots im Hand GPS ab, zwei am Ufer 50 Meter von einander entfernt, zwei ca 60m Entfernung auf einem Plateau in 2,3m und einem kleinen Berg in 2,6m Tiefe, einen auf einer ca 12m langen Sandbank in 6,2m Tiefe, wo es gleich daneben auf 8,8m Abfiel und noch einen weiteren Spot im 8,6m Tiefe an einer extremen Kante, an der es auf knapp über 13m abfiel.

Ich fütterte gleich drei Spots mit den von mir abgewogenen Boilies an und am Tag drauf begann ich die drei anderen Spots zusätzlich zu füttern. Die Futtermenge pro Spot und Tag betrug lediglich 250 g Boilies, welche ich im Verlauf der Session sogar noch verringerte.

Am Mittwoch war es dann soweit und ich fuhr direkt nach der Arbeit raus ans Wasser. Ich baute mein Camp auf und befütterte ein letztes Mal die Spots bevor ich darauf fischen konnte.
Meine zwei Freunde belächelten mich, wegen meiner Taktik und konnten nicht verstehen, warum ich meine Ruten noch nicht auslegte.

Am Donnerstag Mittag war es dann soweit und ich durfte meine Ruten endlich auf meinen Spots auslegen. Bis dato hatten meine beiden Freunde zusammen sieben Fische gefangen, wovon 3 Brassen waren. Das Durchschnittsgewicht pendelte sich bei knapp über 20 Pfund ein. Das wollte ich Toppen und Keen Carp behielt recht. Schon nach kurzer Zeit durfte ich meinen ersten Fisch vom Boot aus keschern. Auf dem Weg zurück zum Ufer pfiff schon die nächste Rute ab. "Das kann doch nicht wahr sein"- schoss es mir durch den Kopf und zwanzig Minuten später schlossen sich die Maschen meines Keschers um den zweiten schönen Fisch. Nach dem Fototermin und dem anschließendem Wiegen, war mein Durchschnittsgewicht über 14 kg so konnte es weiter gehen.

Ich schickte Victor Bilder von meinen ersten zwei Fängen und kurz darauf rief er mich an um mich zu beglückwünschen und fragte mich über mein vorgehen. Er riet mir die Futtermenge nochmals zu reduzieren, um das Durchschnittsgewicht zu steigern, was auch zum vermeintlich größten Fisch der Session geführt hätte (einem dunklen Schuppi, mit mächtig breitem Rücken), den ich in der letzten Nacht leider kurz vor dem Kescher verloren hatte. Dieser hatte locker über 20 kg und hätte mein neuer Personal Best werden können, die 24-er Murmeln schienen nur Erbsen in seinem riesigen Maul zu sein...

Am Ende der Session hatte ich 13 Karpfen und einen Wels mit 1,40m und 38 kg vorzuweisen und das Durchschnittsgewicht der Karpfen lag über 13 kg und kein einziger Brassen.

Meine Kollegen konnten zusammen nur 8 Karpfen überlisten. Mit einem Durchschnittsgewicht von ca. 10 kg.

Alles in Allem war es für mich eine sehr erfolgreiche Session und ich kann es kaum erwarten das nächste Mal dieses Wasser zu besuchen und meine Fallen aufzustellen. Vielleicht kann ich diesmal den dunklen Schuppenkarpfen zu einem Fototermin überreden.

Bereits nach diesen paar Tagen, habe ich vollstes Vertrauen in die Boilies von Keen Carp bekommen und ich werde in Zukunft nur noch diese Kugeln fischen. Sie sind jeden Cent wert!

Grüße und Tight Lines,
Philipp Neff



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