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Jeder Fisch zählt

Stefan Pirker

Mittlerweile benagele ich mein Hausgewässer seit über 10 Jahren. Damals war es ein Insider-Gewässer. Ein herrlicher Bestand an tollen Fischen und wenige Karpfenangler prägten den See. Über die Jahre hat sich das Gewässer allmählich herumgesprochen, und so stieg natürlich auch der Angeldruck. Die Angelei wurde dadurch anspruchsvoller, was mich jedoch nicht störte.

Seit ein paar Jahren durchlebte der See einen Wandel, dessen Gründe ich bis heute noch nicht so ganz verstanden habe. Die Konsequenz daraus ist, dass sich die Karpfenangler die Zähne ausbeißen um überhaupt einen Biss zu bekommen. Für einen Karpfenangler gibt es vermutlich nichts Schlimmeres, als einen schweigenden Bissanzeiger.

In dieser Saison schaffte ich es auch nur 5-mal für je eine schnelle Nacht an mein Hausgewässer. Bei meinen ersten zwei Ansitzen musste ich trotz 3 tägiger Vorbereitung einen Blank hinnehmen.

In der dritten Kurzsession konnte ich einen Biss verbuchen, jedoch stieg mir der Fisch mitten in den Seerosen aus. Da das Gewässer mit Seerosen übersäht ist, gilt es in den verschieden großen Löchern, die oftmals sogar noch mit Bodenwuchs versehen sind, mitten im Dschungel zu angeln.

Als ich meine 4. Session vorbereitete, suchte ich mir genau solche Bereiche heraus, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass andere Angler solche Bereiche meiden. Die Karpfen haben jedenfalls keinerlei Probleme, das Futter zwischen den Blättern zu lokalisieren. Vom Boot aus konnte ich die Ruten präzise ablegen, und so musste ich mir keine Gedanken um die fangfähige Präsentation meiner Montagen machen.

Als Köder kamen zum einen der Mixed Birdfood-Mix, und zum anderen der Mega Spice&Seed-Mix, jeweils in 24mm zum Einsatz. Als ich das letzte Mal vorfüttern wollte, musste ich feststellen dass der Platz von anderen Anglern besetzt war. Nichtsdestotrotz lies ich mich nicht entmutigen, und machte mich auf die Suche nach zwei neuen Spots, die ich mit wenig Futter präparierte. Als ich am nächsten Tag meine Ruten ausbrachte, konnte ich mit Freuden feststellen, dass die Boilies verschwunden waren, was ein klares Indiz dafür ist, dass die Fische den Platz besucht haben. Zuversichtlich startete ich in die Nacht. Das Ergebnis waren 2 Schuppies an der einen Rute auf den Mega Spice und ein Wels, der sich die Birdfood Boilies einverleibte, an der anderen Rute.

Einer der beiden Fische:

Mitte September startete ich die letzte Nacht an meinem Hausgewässer. Ich bereitete die Stellen auch diesmal 3 Tage lang mit wenig Futter vor. Aufgrund der Tatsache, dass sich über die Jahre ein unfassbarer Welsbestand entwickelt hat, setzte ich ausschließlich Fischmehl freie Köder ein. Ich kontrollierte immer die Plätze, bevor ich erneut Futter einbrachte. Die Stellen schienen auch diesmal von den Fischen besucht worden zu sein, denn von den Boilies fehlte jede Spur. Ich startete mit einem guten Bauchgefühl in die Nacht. Als endlich der Bissanzeiger ertönte, ruderte ich dem Fisch entgegen. Ernüchternd musste ich feststellen, dass ein stattlicher Wels am anderen Ende hing. Ich brachte meine Rute erneut aus und legte mich wieder schlafen. Am nächsten Tag, kurz bevor ich einpacken wollte, erneut ein Biss. Gegenwärtig konnte ich einen Karpfen sicher in meinen Händen halten. Obwohl es nicht einer von den Größen war, freute ich mich sehr über ihn.

Rückblickend konnte ich lediglich drei Bartel-Träger fangen, wobei die Großen diesmal ausblieben. Doch es muss sie noch geben, da ich das Jahr zuvor, am Ende der Saison, noch diesen 20kg schweren Spiegler vor die Kamera halten konnte.

In diesem Sinne, dranblieben.
Stefan Pirker



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