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Instant Angeln

Csaba Ronto

Wie die meisten Angler kann auch ich nicht so viel Zeit am Wasser verbringen wie ich gerne möchte, deshalb habe ich mir in diesem Jahr ein Gewässer gesucht, was in der Nähe meines Wohnortes liegt und wo ich auch nach der Arbeit noch 3-4 Stunden erfolgsversprechend Angeln gehen kann.

Daneben habe ich noch einen festen Platz an einem Vereinsgewässer, dessen Fischbestand für das selektive Angeln auf große Karpfen geeignet ist, da dieser Platz jedoch eine Stunde von meinem Wohnort entfernt ist, fahre ich nur dann dorthin, wenn ich mindestens 12 Stunden am Wasser verbringen kann.

Ich bin in der glücklichen Lage, dass meine Freundin mich maximal dabei unterstützt, so kann  ich unter der Woche mindestens 3 Nächte dem selektiven Angeln widmen. Es gibt aber auch Tage, an denen ich nach der Arbeit noch ein paar Stunden Zeit habe, bis meine Freundin nach Hause kommt. Diese Stunden werde ich in Zukunft sinnvoll nutzen und an dem für mich noch neuen See verbringen.

Bei dem Gewässer handelt es sich um eine ca. 5 ha große Kiesgrube mit einer Tiefe von 2,5 – 5m. Der Karpfenbestand liegt zwischen 2 und 10 kg, aber es gibt auch größere Exemplare, was für mich jedoch in diesem Fall zweitrangig ist. Wenn ich an diesem See bin, möchte ich in kurzer Zeit so viele Fische wie möglich fangen, ohne vor zu füttern.

Ich habe schon im  Herbst begonnen, mich mit dem See und den Angewohnheiten der dortigen Angler vertraut zu machen. Dabei war mir mein Trainer Alex eine große Hilfe, der schon damals Mitglied im Anglerverein war. Ich habe viel Zeit bei ihm verbracht, und habe alles beobachtet und notiert, natürlich ohne zu selbst zu Angeln. So habe ich langsam verstanden, was ich wie und wann machen muss.

Im Januar 2021 habe ich meinen Angelschein erhalten. Da der Winter leider sehr lang war, konnte ich erst ziemlich spät, Anfang März mit dem Angeln starten.

Es war ein Mittwoch und das Wetter war schon frühlinghaft. Da ich etwas Zeit hatte, entschied ich mich nach der Arbeit spontan zum See zu fahren und meine erste Instant Session zu starten. Am See angelangt empfing mich eine spiegelglatte Wasseroberfläche. Ich dachte mir, dass es unter diesen Bedingungen nicht schwierig sein würde, die Fische zu lokalisieren. Ich fuhr also zum Ende des Sees und suchte dabei nach Zeichen von Fischaktivität an der Wasseroberfläche. Zum Glück sah ich in der Mitte der hinteren Seehälfte Gründelblasen an der Wasseroberfläche.

Ich parkte mein Auto und beobachtete die Blasen-Teppiche, wie sie allmählich weiter zogen, so schlussfolgerte ich daraus, dass die Fische, die sie verursachten, sich nah am Grund bewegten. Das bedeutete für mich, dass ich meine Montagen dort platzieren muss.

Ans Haar kam ein 14 mm Hot Fish&Gammarus Balanced Hookbait, den ich mit einem rotem 9x6 mm mini Pop Up Dumbel noch ein wenig zusätzlichen Auftrieb verlieh. Vor dem auswerfen bekam mein Hakenköder noch ein kurzes Bad im Mocca Dip, um die Attraktivität noch etwas zu erhöhen.

Ans Vorfach kamen im PVA gecrushte White Fish Boilies aus der Ready Made Range.  

Schon nach einer halben Stunde bekam ich meinen ersten Biss. Der Übeltäter war ein 2 kg schwerer Spiegler, der aus dem Besatz im Herbst stammte. Das ging aber schnell- dachte ich.

Ich habe wieder einen PVA Beutel am Haken befestigt und schon war meine Rute wieder scharf. Jede halbe Stunde konnte so einen Fisch fangen. Darunter waren auch ein paar größere, wie dieser 13 kg schwere Schuppi.


Bei meinem nächsten Fisch war der Biss ganz anders. Es war ein langsamer, kontinuierlicher Biss, wie er bei den besseren Fischen in der Regel ist. Als ich die Rute aufnahm und mit dem Drillen begann, habe ich sofort gespürt, dass ich den bisher größten Fisch der Session am anderen Ende habe. Am Ende ruhte ein 15 kg schwerer Schuppi in meinem Kescher.

Es war noch hell, also habe ich meine Rute noch ein letztes Mal ausgeworfen. Ich war gerade dabei den Fisch zu versorgen, als meine andere Rute ablief. Ich setzte den Fisch schnell zurück und nahm die Rute auf. Ein paar Minuten später war auch der nächste Schuppenträger im Netz. Ich bereitete alles vor und legte den Fisch auf die Matte (inzwischen hatte ich schon überlegt, die andere Rute ein zu holen, damit ich nicht wieder einen Biss bekomme, aber den Gedanken habe ich schnell verdrängt). Ich war gerade dabei den Fisch zu fotografieren, als ich wieder einen Biss bekam. Ich konnte es nicht glauben.

Ich habe den Fisch wieder zurückgesetzt und nahm die Rute auf. Wenig später war auch der letzte Fisch des Tages mit 8 kg im Netz gelandet.

Anschließend habe ich eingepackt und bin nach Hause gefahren. Ich war richtig müde, aber sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Innerhalb von 3 Stunden habe ich 6 Fische zwischen 2 und 15 kg gefangen.

Ich muss noch viel lernen, aber diese für mich neue Art der Angelei eignet sich perfekt dazu, um auch in meiner restlichen Freizeit meinem Hobby nach zu gehen.

Tight lines,
Csaba Ronto



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